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27.February2015 

Pfandringe endlich eingerichtet!

Endlich ist es soweit: Der erste Pfandring in der Innenstadt ist eingerichtet! Damit wurde am Donnerstag, 26. Februar eine über zwei Jahre alte Forderung des Jugendrats umgesetzt. Die Stadtverwaltung lehnte zunächst die Idee ab, doch der Jugendrat hakte im Oktober 2014 mit einem Antrag nochmal nach. Die Abfallwirtschaft Stuttgart (AWS) hatte zu dem Zeitpunkt bereits ein StartUp Unternehmen mit ins Boot geholt. Allerdings schlug der Jugendrat andere Standorte vor, z.B. in der Innenstadt, im Bereich der Theodor-Heuss-Straße, wo sich am Wochenende der Partytourismus abspielt. Dort eröffneten nun Vertreter der AWS und des StartUp Unternehmen We Want GmbH den ersten Pfandring. Gesamtjugendratsprecher Michael Williams war dabei. Mit Stuggi.TV gab es bereits ein Interview:

Pfandring

In anderen Städten wie Bamberg, Köln oder Sindelfingen wird schon länger mit Pfandringen experimentiert. In Stuttgart werden nun an neun ausgewählten Standorten Pfandringe befestigt. Die derzeitigen Kosten zur Anschaffung belaufen sich auf 1000 Euro, die von der Internetplattform WeWant getragen werden. Zusätzlich entstehen Kosten in Höhe von 5000 Euro zur Überwachung und Säuberung der Ringe. Mithilfe wöchentlicher Dokumentationen durch WeWant, soll die Akzeptanz der Ringe überprüft werden. Kriterien sind hierbei, inwieweit der soziale Aspekt hinter der Projektidee umgesetzt wird. Einerseits soll der Pfandring bedürftigen Menschen ein würdiges Falschen sammeln ermöglichen und das Wühlen im Mülleimer verhindern. Andererseits besteht die Gefahr, dass die Flaschen in Zukunft auch von jenen mitgenommen werden, die auf das Geld nicht angewiesen sind.

Nach Ablauf der Testphase soll die Bewertung von WeWant als Entscheidungsgrundlage für eine Fortsetzung und einen Ausbau des Pfandringsystems dienen.

Auf Nachfrage des Jugendrats, warum der Pfandring nicht bereits vor zwei Jahren als Antwort auf ihre Anfrage eingeführt wurde, nennt ein Vertreter der AWS finanzielle Gründe und die Aufgabe der Verkehrssicherheit, welche aufgrund von herumliegenden Scherben gefährdet werden könnte. Offen bleibt allerdings, weshalb der Jugendrat bei der jetzigen Einführung der Pfandringe nicht mehr einbezogen wurde.  


Antrag des Jugendrats vom Oktober 2014:

Der Arbeitskreis Stuttgarter Jugendrat beantragt die modellhafte Einführung eines Pfandringsystems in der Innenstadt

Begründung:

Der Arbeitskreis Stuttgarter Jugendrat begrüßt grundsätzlich die der Presse zu entnehmende Einführung eines Pfandringsystems, das die AWS in Zusammenarbeit mit dem Start-Up-Unternehmen "WeWant" in einer Modellphase einführen möchte. Wir sind erstaunt, dass die Ablehnungsgründe der Verwaltung bezüglich der Anträge Bündnis90/Die Grünen (Nr. 422/2012) und der CDU (430/2012), die auf einer Initiative der Jugendräte basieren, nun plötzlich ausgeräumt scheinen.

Laut der Pressemeldung vom 10.10.2014 sollen in verschiedenen Bezirken (Ost, Bad Cannstatt, West, Mitte/West) die Pfandbehälter an Mülleimern getestet werden. Dies ist für uns jedoch nicht ausreichend. Gerade an Wochenenden findet, verursacht durch den Partytourismus, eine Vermüllung der Innenstadt mit Pfandflaschen statt. Deshalb fordert der AK Stuttgarter Jugendrat für die Modellphase ergänzend in folgenden Bereichen die Mülleimer ebenfalls mit Pfandringen auszustatten:

Hospitalviertel (s. Beschluss Bezirksbeirat Mitte vom 29.09.2014) sowie die Theodor-Heuss-Straße bis Kronprinz-, Lautenschlagerstraße und die Königstraße.

Außerdem schlagen wir eine Zusammenarbeit mit dem Designer vor, um geeignete Pfandringe zu den verschiedenen Mülleimersystemen zu entwickeln.

Dani Amsih, Patricia Roth, Michael Williams.